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              Interessant zu Wissen

Was passiert bei Angst / Stress im Körper

Wenn wir auf eine Stresssituation treffen, reagiert unser Körper immer noch so, wie er es in Urzeiten gelernt hatte. Auch wenn wir heute erworben haben, anders mit unseren Mitmenschen umzugehen - schließlich würden wir unseren Chef nicht mit einer Keule erschlagen, sondern versuchen mit „ schlagenden Argumenten" zu artikulieren, reagiert unser Körper jedoch immer noch auf seine urzeitliche sinnvolle angeborene Weise, er reagiert bioLogisch…..

Und noch ehe uns eine Bedrohung bewusst wird, reagiert schon unser Gehirn...... wir sehen eine Gefahr kommen und unsere Pupillen erweitern sich reflexartig. Die Nachricht Gefahr wird vom Sehnerv übermittelt, regt Teile des Gehirns an wichtige Botschaften an andere Körperteile zu senden .
Beispielsweise produzieren unsere Nebennieren Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Diese Stoffe steigern allgemein die Leistung von Muskeln, Kreislauf und Atmung. Sie sorgen dafür, dass sich die Gefäße im Oberkörper zusammenziehen und im Unterkörper erweitern. Somit pumpt unser Herz vermehrt Blut in die geweiteten Gefäße der Beinmuskulatur. So werden die Muskeln schnell mit Energie für kräftige ausdauernde Arbeit, wie etwa weglaufen müssen, versorgt. Die Muskeln selbst bringen sich oft schon dadurch in Schwung, dass sie zu zittern anfangen. Es entsteht ein allgemeiner Bewegungsdrang, man kann nicht mehr ruhig dasitzen.
Systematisch werden an der Körperoberfläche die Blutgefäße verengt. Das gleiche geschieht an Händen und Füßen. Dieses Zurückrängen des Blutes ins Körperinnere, kann im Fall einer Verwundung vor übermäßigem Blutverlust schützen, da das Blut ( welches in solchen Momenten sogar dickflüssiger wird) durch die verengten Gefäße nur spärlich austreten kann. Die Verengung der Gefäße erklärt auch, warum man in Angstmomenten schnell „kalte Füße“ bekommt.
Die Konzentration des Blutes ins Körperinnere führt zu einem Temperaturanstieg. Dieser wird dadurch ausgeglichen, dass der Körper außen gekühlt wird: der sogenannte Angstschweiß bricht aus und sorgt so für einen Temperaturausgleich. Manchem von uns wird es oftmals gleichzeitig heiß und kalt.
Der Atemrhythmus beschleunigt sich automatisch in dem Maß, wie es beispielsweise für einen schnelleren Lauf nötig wäre. Die Brustkorbmuskeln fangen an zu arbeiten, um für den Lauf das größtmögliche Lungenvolumen zu schaffen. Diese Art Atmung erzeugt jedoch, wenn sie nicht in Bewegungsenergie umgesetzt wird schnell ein Schwindelgefühl.

Die Leber setzt Zuckerreserven frei, die Bauchspeicheldrüse fährt ihre Insulinproduktion herunter. So steigt der Blutzuckerspiegel im Blut an. Auf diese Weise werden mehr Nährstoffe zur Versorgung der Muskulatur in Umlauf gebracht.
Ebenso greifen oben genannte Stresshormone auch in den Gehirnstoffwechsel ein. Sie blockieren den Gedankenfluss, so dass die Flucht nicht durch umständliche und für diesen Anlass zu langsame Gedanken behindert wird. Demzufolge kommt es zum sogenannten Tunnelblick: die Wahrnehmung konzentriert sich auf den Fluchtweg, und alles was sich links und rechst befindet wird ausgeblendet. Denn es würde natürlich die Flucht behindern, wenn ich unterwegs anhielte, um Pilze zu sammeln …
Nach etwa 20 min baut sich das Angstprogramm wieder von ganz alleine ab. Das ist ebenfalls biologisch unabänderlich bestimmt. Denn die Organe, die Haut, die Muskeln sollen jetzt wieder gleichmäßig durchblutet werden. Außerdem kann der Organismus nicht unbegrenzt Stressschübe organisieren. Er verfällt automatisch in einen „Leerlauf“, weil ihm einfach der „Stoff“ ausgegangen ist. Diese Reaktionen kosten Kraft und Energie, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass wir müde werden, oder bei häufig auftretender Angst oder Stress Momenten uns ausgelaugt fühlen.